50 Jahre Heimatverein Gesmold
Der Heimatverein Gesmold hat am 21. Juni 2026 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Auf dem baumbestandenen Platz vor dem Gesmolder Heimathaus kamen Mitglieder, Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und Dorfgemeinschaft zu einem Mittsommer-Jubiläumsfest zusammen. Bei sommerlichem Wetter entwickelte sich rund um das Heimathaus ein Festtag, der offiziellen Rückblick, Musik, Aktionen für Familien und geselliges Beisammensein miteinander verband.
Der offizielle Teil begann am Vormittag. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Karsten Koopmann sprachen Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann, Ortsbürgermeister Michael Wessler, Ulrich Wienke vom Heimatbund Osnabrücker Land, Andreas Timpe als Vertreter des Landkreises, Ferdi Hartmann für die Gesmolder Vereine sowie Regine Herchen im Zusammenhang mit der Baumpflanzaktion Grußworte. Dabei wurde die Bedeutung des Heimatvereins für das örtliche Leben hervorgehoben. Der Verein stehe seit fünf Jahrzehnten für ehrenamtliches Engagement und die Mitgestaltung des Dorflebens.
In seiner Festrede blickte der zweite Vorsitzende Sebastian Krüger auf die Entwicklung des Vereins zurück. Unter dem Leitgedanken „Heimat wird gemacht“ stellte er heraus, dass Heimat nicht nur ein Ort sei, sondern durch offene Menschen entstehe, die anpacken, dokumentieren und Verantwortung übernehmen. Dabei wurde auch an die Gründung des Heimatvereins am 19. Februar 1976 auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Willi Brune erinnert. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Klaus Rahe gewählt, sein Stellvertreter war Hermann-Josef Ronne.
Schon im ersten Vereinsjahr seien wichtige Linien der späteren Arbeit sichtbar geworden: Der junge Verein organisierte den Tanz in den Mai, stellte Ruhebänke auf, pflegte Wanderwege, nahm Arbeiten an der Bifurkation auf und brachte im Dezember 1976 erstmals das „Gessemske Blättken“ heraus. In den folgenden Jahrzehnten kamen zahlreiche Projekte hinzu, darunter der Pavillon an der Bifurkation, der Gesmolder Ringweg, die Film- und Archivarbeit, Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte sowie der Ausbau des Heimathauses. Auch jüngere Vorhaben wie die HEIMartTOUR, der Umweltbildungsstandort Bifurkation mit neuen Wissensinseln wurde genannt.
Das Jubiläumsfest selbst zeigte die Breite des heutigen Vereins- und Dorflebens. Musikalisch eröffnete die Gruppe „Blechreiz“ den Tag, anschließend spielte die Blaskapelle Gesmold. Am Nachmittag folgten Auftritte der Kindergruppen. Mit dabei waren unter anderem die „Marienkäfer“ der Kindergartenkinder, die „Schlümpfe“ aus den Klassen 1 bis 3 sowie die Gruppen „Supergirls“ und „Dancing-Teens“. Danach trat der Kinderchor „Happy Birds“ auf.
Auch abseits der Bühne gab es zahlreiche Angebote. Im Obergeschoss des Heimathauses wurden Fotos und Filme aus der Gesmolder Geschichte gezeigt, zusammengestellt von Bernd Meyer. Die Jugendfeuerwehr bot Wasserspiele an, für Kinder gab es eine Hüpfburg. Außerdem konnten die Besucherinnen und Besucher eine Trecker-Ausstellung, eine Reeperbahn und die Torwand des SV Viktoria nutzen. Damit richtete sich das Fest nicht nur an Vereinsmitglieder, sondern an Besucherinnen und Besucher aller Generationen.
Für die Gestaltung des Festplatzes sorgten Marlies Kellenbrink und ihr Team. Besonders der Mittsommerbaum und die Wiesensträuße prägten das Bild des sommerlich dekorierten Platzes vor dem Heimathaus. Auch das kulinarische Angebot war breit aufgestellt: Neben Kaffee und Kuchen aus dem Café im Heimathaus gab es Bratwurst, Pommes und Steakbrötchen, zubereitet vom Grill-Clan. Ausgeschenkt durch den Brau-Verein wurden außerdem Spritz Aperol und das Gesmolder Lokalbier „Westberghöfener Käuzchen“.
Dass ein Fest dieser Größe nicht allein durch den Vorstand getragen werden kann, wurde an vielen Stellen sichtbar. Zahlreiche Helferinnen und Helfer waren im Hintergrund an Aufbau, Dekoration, Bewirtung, Technik, Programm und Aufräumarbeiten beteiligt. Ihnen galt besonderer Dank, ebenso der Stadt Melle für die Unterstützung mit der Bühne und den Beteiligten, die das Programm und die Versorgung ermöglichten.
Das Jubiläum verband damit Rückblick und Begegnung. Nach 50 Jahren Vereinsgeschichte zeigte sich der Heimatverein Gesmold als fester Bestandteil des Dorflebens – mit Aufgaben, die von der historischen Dokumentation über die Pflege besonderer Orte bis zur Organisation gemeinschaftlicher Veranstaltungen reichen. Der Gedanke der Festrede, dass Heimat nicht einfach vorhanden ist, sondern von Menschen gestaltet wird, zog sich so auch durch den Festtag selbst.
Dank an auch Karl-Heinz Jansen für die Fotos.























